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Keine Gemeinde unseres Landkreises war in den vergangenen Jahren in Ost und West in so vieler Munde wie Mölbis, wenige Kilometer nordöstlich von Espenhain gelegen. Über Jahrzehnte war der Ort der Umweltverschmutzung des Großbetriebes Espenhain voll ausgesetzt. Die Anlagen der thermischen Kohleveredlung am Standort Espenhain wurden im August 1990 stillgelegt.


Am 5. März 1945 wurde Mölbis bei einem Bombenangriff der Anglo-Amerikaner auf das Werk Espenhain zu Teil zerstört, darunter auch das 1714 erbaute Schloss.
Mölbis ist ein mehrflügliges Gassendorf, von den Sorben gegründet. Erwähnt wird es 1230 als Melebuz. Die heute noch stehende Kirche wurde 1688 erbaut. In ihr befand sich ein Ölgemälde aus der Cranachschen Schule, das der Gemäldegalerie in Dresden als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde.
Mölbis war bis weit in die ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts ein Dorf, dessen Bewohner zu einem Drittel in der Landwirtschaft arbeiteten. Zum Rittergut gehörte das Vorwerk Crossen. Bekannt ist, dass bei den Bauernunruhen 1525 auch Mölbis zu den 44 Dörfern des Amtes Borna gehörte, in denen die Bauern gegen ihre Landsherren aufbegehrten und die Abschaffung der Fronten forderten. Süßmund, der Kretzschmar (Gastwirt) von Mölbis, gehörte zu den Bauernführern, die am 12. Juli 1525 in Altenburg von Feudaljustiz hingerichtet wurden.
Die Einwohnerzahl der Gemeinde Mölbis veränderte sich trotz der industriellen Entwicklung im Territorium relativ gering. Zählte das Dorf, das eines der wenigen Kommunen im Landkreis ohne Ortsteil ist, 1901 640 Bewohner, so waren es im Januar 1933 751, 1956 880 und gegenwärtig schwankt die Zahl um 350. Dieser rapide Rückgang ist, wie bereits erwähnt, auf die Umweltverhältnisse zurückzuführen.
Für die Rekonstruktion des Ortes ist grünes Licht gegeben, was Hoffnung für die Gebliebenen bedeutet. Kirche, Pfarrhaus und andere Gebäude erstrahlen bereits im neuen Glanz.

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