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      Borna. „Spielend besser lesen – mit Spiel und Spaß zum Ziel“ heißt es auch jeden Montag in 2019 wieder von 16.00 bis 16.45 Uhr in der Mediothek Borna, Martin-Luther-Platz 9. Beim Leseförderungsprojekt…

Im Jahr 1912 wurde im Leipziger Museum für Völkerkunde (Prähistorische Abteilung) ein Mammutskelett aufgestellt, dass durch seinen trefflichen Erhaltungszustand und seine Maßverhältnisse sich würdig den berühmten Petersburger Exemplaren anreihte.
Es wurde am 14. Dezember 1908 in einem diluvialen, blaugrauen, sandigen Ton bei Borna (Bez. Leipzig) aufgefunden.

Nordwestlich des alten Bornaer Bahnhofes befand sich auf dem linken Wyhra-Ufer eine Lehmgruppe, welche zur Ziegelei der Rittergutsbesitzerin Marie Rose gehörte. Dort stieß am 14. Dezember 1908 der Ziegelmeister Pfeil auf einen spitzen Gegenstand, den er zunächst für einen großen Ast hielt. Bei Grabungen legte man den vollständigen Stoßzahn eines Mammuts frei. Die Lagerstätte barg außerdem ein kleines Bruchstück eines Renntiergeweihes und eine Menge von Pflanzenresten. Dr. Johannes Felix, dem die eingehende Untersuchung und Beschreibung des Fundes zu verdanken ist, konnte darunter eine größere Anzahl von Moosen bestimmen. Und Prof. Nathorst, dem eine Schlämmprobe eingesandt wurde, fand noch Blätter und Früchte einer Weide. Aus den Pflanzenresten lässt sich mit Sicherheit der Schluss auf ein arktisches Klima ziehen. Diese Feststellung ist von großer Bedeutung - denn Borna ist der einzige Ort Sachsens und einer der wenigen überhaupt, an denen pflanzliche und tierische Reste der Eiszeit gleichzeitig gefunden worden sind.
Das Skelett selbst ist nahezu vollständig erhalten. Es fehlen nur einige Wirbel, Rippen, das Brustbein, ein paar Mittelfuß- und Fingerknochen, sowie der größere Teil des Schwanzes. Diese Teile wurden für die Ausstellung im Völkerkundemuseum in sehr geschickter Weise ergänzt, der Schwanz z. B. von einem Petersburger Drechslermeister nach dem Beresowka-Mammut in Holz nachgeschnitzt.

Die Länge des Tieres betrug von der Vorderfläche der Stoßzähne bis zum Schwanzrücken 5,30 Meter, die Höhe 3,20 Meter. Das Tier erreichte also fast genau dieselben Maße wie das Petersburger von Adams aufgestellte Exemplar (5,30/3,10 Meter).
Die riesigen Stoßzähne besaßen eine Länge von 3,15 bzw. 3,26 Metern. An der Basis hatten sie einen Umfang von 50 Zentimetern. Sie waren stärker als im Halbkreis gekrümmt und mit der Spitze etwas spiralig nach innen gewendet. Die Mahlzähne des Oberkiefers hatten eine Länge von 20 bzw. 23 Zentimetern und zeigten 16 bzw. 15 Schmelzfalten, die Unterkiefermolaren waren 24 Zentimeter lang. Wollte man nach dem Stand der Zahnentwicklung und im Vergleich mit den jetzt in den Tropen lebenden indischen Elefanten das Alter des Tieres schätzen, so würde man es für ein Männchen von 25 bis 30 Jahren gehalten haben. Da aber unter den wesentlich ungünstigeren Lebensbedingungen das Wachstum sicher langsamer vonstatten ging, könnte das Lebensalter auch höher anzunehmen sein.
Das Bornaer Mammut war die Attraktion in der vorgeschichtlichen Abteilung des Museums für Völkerkunde in Leipzig, und es fand in Wissenschaftlerkreisen große Beachtung. Beim Bombenangriff auf Leipzig in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943 wurden das Museumsgebäude und viele seiner bedeutenden Kunst- und Kulturschätze unwiederbringlich zerstört. Auch das Mammutskelett wurde ein Opfer der Flammen. Es blieben nur einige Teile erhalten.

Quelle: "Aus der Natur"; Zeitschrift für den naturwissenschaftlichen Unterricht, 9. Jahrgang, 1913, Heft 4

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